Pfarrer Werner Fleischmann zum Projekt der Innenrenovation
Text aus dem Jahr 2006:
Als ich vor etwa neun Jahren das erste Mal nach Immensee kam, ist mir die Pfarrkirche St. Sebastian sofort ins Auge gestochen: Ein wunderschöner Bau aus Stein, der mich an die eine oder andere Kirche in Italien erinnerte. Schön, dachte ich, hier darf ich dann auch wirken! Leider war ich nicht mehr ganz so begeistert von diesem Gedanken, als ich das Innere der Kirche betrat. Mittlerweile durfte ich während der vergangenen neun Jahre in dieser Kirche viele schöne Feiern erleben, durfte bei freudigen und auch traurigen Anlässen den Gottesdienst halten.
Pfarrer Werner Fleischmann
Die Kirche ist auch zu «meiner» Kirche geworden, die etwas für sich hat, die trotz allen Mängeln einen gewissen Charme in sich trägt. Ich darf sagen: Die Kirche in Immensee ist mir lieb geworden. Aber – und das haben die StimmbürgerInnen im letzten November ohne Gegenstimme so auch bestätigt – sie bedarf dringend einer gründlichen Auffrischung. Je mehr ich mich mit der Renovation beschäftige, desto mehr freue ich mich auch auf das, was uns nach der Renovation erwartet. Ich bin mir sicher, wir dürfen an einem Werk mitarbeiten, das Jung und Alt begeistern wird.
Sicher können wir nicht einfach von einer ganz anderen Kirche träumen; der Charakter der Kirche bleibt in sichbestehen, aber sie wird in neuem Glanz dastehen, wird viel bethafter werden, von der Atmosphäre her vieles gewinnen und vor allem wieder wie in einem frischen Kleid erstrahlen.
Ich bin mir sicher, dass es uns nur schon auf Grund des Kirchenraumes wieder Freude machen wird, diese Kirche aufzusuchen und darin zu verweilen. Und darum geht es doch letztlich: Wir brauchen nicht ein Museumsstück, das von allen Menschen bestaunt wird, wir brauchen eine Kirche, die lebt, die man gern betritt, in der man sich wohl fühlt. Jeder Raum hat einen Einfluss auf uns, jeder Raum trägt zur Stimmung bei. Der Kirchenraum in Immensee soll uns wieder Freude machen, wir sollen uns wieder wohl fühlen dürfen. Das ist mein grösster Wunsch und zugleich mein grösstes Ziel, das ich mit unserer Kirchenrenovation verbinde: Dass wir wieder gerne zur Kirche kommen, nicht nur wegen Gesang und Predigt, nicht nur wegen Feiern und traurigen Anlässen, sondern weil es uns dort gefällt und wir uns in dieser Kirche wohl fühlen – ob wir nun hie und da am Tag die Kirche alleine aufsuchen oder ob wir zu einem gemeinsamen Gottesdienst in die Kirche finden.
Ich glaube fest, dass uns dieses grosse Werk gelingt, nicht nur für das Haus aus Stein sondern auch für die Menschen aus Fleisch und Blut, mit Verstand und Herz. Ich verbinde damit die Bitte, dass wir alle nach unseren Möglichkeiten zum Gelingen beitragen.